Inwieweit sind eigentlich Einflussnahmen von Coaches in den Beratungsprozess sinnvoll oder erlaubt? Und wann werden diese Eingriffe womöglich destruktiv oder stellen eine negative Art der Manipulation dar?

Dieser wesentlichen Frage gehe ich seit Jahren in meiner Zeit als selbst umsetzender Business-Coach und ausbildender Lehrtrainer im Bereich Coaching nach. Und immer wieder beobachte ich das Phänomen, dass Coaches in Ausbildung eingreifen wollen oder zumindest der starke Impuls existiert. Doch hier liegt aus meiner Sicht das größte Lernfeld für angehende (und gestandene) Coaches: Sich selbst in relevanten Situationen zurücknehmen und den Coachee ausschließlich im Prozess begleiten, ihn jedoch stets über die hauptsächliche Reiseroute entscheiden lassen.

Selbstverständlich würde es viel schneller gehen, wenn ich „einfach“ meine Lösung präsentieren und der Coachee genau diesen Weg für sich übernehmen würde. Diese Variante einer Lösung ist jedoch ziemlich sicher nie die perfekte für den Gecoachten. Eine Mammutaufgabe ist deshalb, sich als Coach selbst zu reflektieren und eben insbesondere zu regulieren. Eine äußerst lohnenswerte Intervention, wie ich aus eigener Erfahrung weiß. Der Coachee profitiert von seiner ureigensten Lösung und wird damit zum Experten für sich selbst.

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